Der radieslihof ist ein wunderbar zu bewirtschaftender Hof mitten im Ackerbaugebiet. Das Land ist flach und die 10 Hektaren liegen schön arrondiert um Bauernhaus und Stöckli im Worbboden.

Das Erhalten und Fördern der Bodenfruchtbarkeit ist für uns zentrales Thema, denn nur ein gesunder, lebendiger und fruchtbarer Boden versorgt uns langfristig mit Lebensmitteln. Wir tragen Mittels Fruchtfolge, grossem Kleegraswiesenanteil und schonender Bearbeitung Sorge zum Boden. Den Mist von Kühen und Hühnern kompostieren wir zusammen mit Feld- und Rüstabfällen und bringen ihn als Nahrung für den Boden wieder auf die Felder. Damit erfüllen wir die Richtlinien des biologischen Landbaus nach Knospe/BioSuisse. Bei der Bewirtschaftung des Landes verzichten wir vollständig auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe.

 

Kulturen

Auf der gesamten Hoffläche haben wir zwei in sich geschlossene Fruchtfolgen: die grössere Acker- und Weidefruchtfolge und die kleinere Gemüsefruchtfolge. Das bedeutet, wir wechseln die Kulturen in einer bestimmten Reihenfolge über mehrere Jahre und geben dem Boden immer wieder ausreichend Erholungszeit, indem wir ihn für zwei bis drei Jahre mit Kleegras einsäen. So behält der Boden seine Lebendigkeit und Fruchtbarkeit und kann Grundlage bieten für anspruchsvolle Kulturen wie Gemüse oder Weizen.

Die Vielfalt der Kulturen bringt unterschiedliche Eigenheiten bezüglich Nährstoffbedarf, Pflanzenfamilien, Durchwurzelung, Stoffwechsel im Boden. Die Kleegraswiese fördert den Humusaufbau. Sie bringt dem Boden Stickstoff, Kohlenstoff, Wurzelvielfalt, Struktur und unterdrückt durch ihren dichten Bewuchs ungewünschte Beikräuter.

 

Ackerkulturen

Auf den Ackerflächen wachsen Getreide (Dinkel,Hafer,Weizen) Hülsenfrüchte (Speiselinsen), klassische Kartoffelsorten, Tolle Knollen (ungefähr 25 seltene Kartoffelsorten) und Lagergemüse (Zwiebeln, Rüebli, Bodenkohlrabi, Herbsträben) neben einem grossen Anteil Kleegras. Wir verwenden samenfestes Saatgut und ziehen das Pflanzgut für die Tollen Knollen selber. Die Ackerflächen werden umgeben von einem blühenden Ackersaum. Hier findet sich der aktuelle Fruchtfolgeplan.

 

Gemüse

Das Gemüse für das Abo dein gemüse kennt dich bauen wir in einer Vierfelderfruchtfolge auf ca. 1,2 ha an. Auf der einen Hälfte stehen je für ein Jahr die Gemüse aufgeteilt in Starkzehrer (hoher Nährstoffbedarf) und Mittel- bis Schwachzehrer (geringerer Nährstoffbedarf). Die andere Hälfte ist in dieser Zeit mit Kleegras und Gründüngung eingesät. Jedes Jahr rotieren wir mit den Kulturen so, dass abwechslungsweise jede der vier Flächen während zwei Jahren ruhen kann. Auf dem Feld wächst eine grosse Gemüsevielfalt. Auch verwenden wir samenfestes Saatgut und ziehen unsere Jungpflanzen selber an. Interessierte finden hier eine detaillierte Sortenliste und den Anbauplan.

 

Weiden, Wiesen

Ein grosser Anteil unseres Landes sind Wiesen und Weiden. Sie liefern unseren Tieren Futter und sind Teil der Fruchtfolge. Die extensiv bewirtschafteten Naturwiesen sind ein wichtiges Ökoelement, sie bieten mit ihrer Vielfalt an Gräsern und Kräutern vielen Nützlingen Nahrung, Lebens- und Rückzugsraum.

 

Obstbäume

Rund um den Hof wachsen 40 Obstbäume, fast ausschliesslich Hochstammbäume. Sie werden uns in ein paar Jahren mit Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Quitten, Kirschen, Pfirsichen und Nüssen beglücken.

 

Wald

Das Holz unseres Waldes beheizt den Hof und bringt uns Freude an Sommerabenden. Wir nutzen den Wald schonend und fördern durch gezieltes Fällen in Absprache mit dem Förster einen wertvollen und zukunftsfähigen Mischwald.

 

Tiere

Auf dem radieslihof leben Kühe, Pferde, Ziegen, Hühner, Enten, Katzen und ein Hund.

Kühe übernehmen auf unserem Landwirtschaftsbetrieb eine tragende Funktion, indem sie mit ihrem Mist kleinräumige geschlossene Nährstoffkreisläufe unterstützen und die Bodenfruchtbarkeit fördern, was unserem Gemüse und unseren Ackerkulturen zugute kommt.
Unsere Mutterkuhherde besteht aus zehn Müttern mit ihren Kälbern. Die Tiere tragen Hörner. Sie leben in einem Laufstall, der dem grösseren Platzbedarf behornter Tiere entspricht und ihnen ermöglicht eine wesensgerechte Herdenstruktur aufzubauen. Sie sind ständig an der frischen Luft und in der Vegetationszeit täglich auf der Weide. Wir füttern unsere Kühe ausschliesslich mit Raufutter, welches auf dem radieslihof produziert wird. Sie werden dadurch wiederkäuergerecht gefüttert und stehen nicht in Konkurrenz zur menschlichen Nahrungsmittelproduktion.

 

Die rund 40-köpfige Hühnerschar wird begleitet von zwei Hähnen und versorgt uns mit Eiern und Fleisch. Wir halten Rassenhühner (keine Legehybriden), die das ganze Jahr Zugang zu einer grossen Weide haben, in dem sie in einem mobilen Hühnerstall (Bauwagen) über unsere Felder zügeln. Die Tiere leben im natürlichen Klima. Wir verzichten auf künstliche Beleuchtung. Wir akzeptieren die Vielfalt von Eiergrösse und Menge, bedingt durch Alter, Fressverhalten, Mauser, Tageslänge oder Bruttrieb und schlachten die Hennen nach ca 2-3 Jahren um sie dann als Suppenhühner zu verwerten. Die Brüder der aktuellen Hennengruppe wurden in Hinwil, ZH auf dem Hof Looren von Kurt Brunner huhnmitbruder.ch aufgezogen und geschlachtet und von unseren Abonnent_Innen als Poulet gegessen. Ab diesem Jahr werden Hennen als auch Hähne der gleichen Brut von Kurt Brunner auf dem Hof aufgezogen.

 

Seit Februar beglückt ein Geissentrio, zwei Pfauengeissen Damen und der Capra Griga Bock Ivan unseren Hof. Vorerst zur Freude und Vielfalt. Wir halten euch auf dem Laufenden.