unsere kleine Gemüsefibel

An dieser Stelle kann man was über Gemüse lernen.

Gemüse, querbeet

Kresse voll krass

Aus dem dunklen Osten unserer Region, da wo die wilden Jungs und die süssen Mädels am Werkeln sind, stammt ein Kindervers, der für grün-affine Ohren gar nicht zart klingt. Woher diese Brutalität, fragt man sich unweigerlich, war unsere Kuschelpädagogik nicht kuschelig genug, gilt jetzt auch in der Agglomeration das Gesetz des Dschungels bzw. des frischgepflügten Feldes, geht man jetzt auch noch auf unschuldiges einheimisches Pflanzengut los? Der Vers läuft wie folgt: 
KRI KRA KRESSE, ICH HAU DIR IN DIE FRESSE
KRI KRA KRASS, UND ICH GEB DIR AUFS FASS.
KRA KRO KROSS, WER IST HIER DER BOSS?
KRO KRA KRUSS, UND DU BISCH DUSS!

Da bleibt einem doch glatt das Chlorophyll weg. Zum Glück hat eine kleine Kressepopulation Unterschlupf im biologisch voll korrekten Sozialbiotop auf dem Feld von radiesli gefunden. Weil, wir haben unsere Kresse sehr lieb und umarmen sie, so oft sie das aushält! Wenn die urbane Jugend sich mitterlweile täglich eins auf ihre ADSL-Rübe gibt, so ist dies das eine, wir aber sind der Meinung: Unser Gemüse braucht uns, im Frühjahr ganz besonders.
PS: Richtig, dieser Beitrag ist irgendwie satirisch. Wer dies nicht mag, für den gilt: Kri, Kra, Kresse…   (16.3.12/SK)

Kein schöner Rot: Randen

Randen, in Deutschland Rote Bete genannt (von lateinisch beta, Rübe) ist mit der Zuckerrübe und dem Mangold verwandt. Die starke purpurrote Farbe ist ein Ergebnis der Weiterveredelung im 19. und 20. Jahrhundert; es gibt auch farblose weisse und hellgelbe Sorten. Früher wurde die Rote Bete als Färberpflanze eingesetzt; sie dient auch heute noch als Naturfarbstoff für Lebensmittel (E162). Isst man sehr viel Randen aufs Mal, so kann sich der Stuhl vorübergehend rot färben, das ist aber völlig harmlos.

 
Randen haben einen hohen Vitamin-B-, Kalium-, Eisen- und vor allem Folsäure-Gehalt. Schon gewusst? Auch die Blätter können gekocht und gegessen werden, bloss sind die ja nicht dabei, wenn man einen Beutel kauft…. Zur Abwechslung hier mal eine farblich und geschmacklich sehr reizvolle Kombination: Randen mit Orangen.
Gekochte Randen schälen und in Scheiben schneiden. Von gleich viel Stück Blondorangen Deckel und Boden wegschneiden, danach die restliche Schale samt weisser Haut entfernen, die Orangen ebenfalls in Scheiben schneiden; beides abwechselnd auf einen Teller legen. Aus mildem Senf, Apfelessig, Sonnenblumenöl, Salz und Pfeffer eine Sauce quirlen und darüber geben. Mit gerösteten und gehackten Haselnüssen bestreuen. (8.3.2012, SK)

Kefe, die süsse Erbse

Die Kefe (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium) ist eine Erbsensorte aus der Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler). Andere Namen für Kefe sind Zuckererbse, Kaiserschote, Kiefelerbse, Zuckerschote oder franz. pois mange-tout. Woher der französische Name „pois mange-tout? Weil sie so zart sind, dass man nichts übrig lässt? Nein, weil man bei den Kefen, im Unterschied zu anderen Erbsen, die Samen und die Schote isst. (29.2.12, SK)

 

Es wächst hienieden Brod genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für Jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen
.

(Heinrich Heine)

 

Bunter Gemüse-Eintopf (vegan)

Zutaten

1 Zwiebel

2 kleine Kohlrabi (oder 1 grosse)

1 handvoll Kefen

3 Rüebli

2 Kartoffeln (mehlig)

1 EL Qinoa (optional)

Lorbeerblatt

Salz

Pfeffer

1-2 TL Meeretich aus dem Glas (je nach Geschmack)

Schnittlauch

Peterli

Zwiebel goldgelb in Öl anbraten und mit Wasser ablöschen. Ich brate das Lorbeerblatt immer mit an. Mit Wasser ablöschen, das Gemüse und Quinoa hinzufügen, salzen, pfeffern.  Nach 20 Minuten kochen Meeretich (nach Geschmack) hinzufügen und gut verrühren. Noch mal 5 Min aufkochen lassen. Peterli und Schnittlauchen hacken und im Teller hinzufügen.En Guete!